Demogo
Die filmische Technik der plan-séquence (Sequenzaufnahme), die auf einer durchgehenden langen Einstellung basiert, stellt ein konzeptionelles Mittel dar, mit dem die Ausstellung einen spezifischen architektonischen Forschungsansatz interpretiert.
Die Diskrepanz zwischen Darstellungszeit und Erlebenszeit ermöglicht es, Architektur als durch eine Vielzahl von langen Einstellungen mit einer allmählichen Wahrnehmungsprogression strukturiert zu lesen. Die Projekte lehnen die Vorstellung von Architektur als statischem und vollständigem Objekt ab und schlagen stattdessen eine artikulierte Räumlichkeit vor, die durch Sequenzen sich bewegender Blickpunkte erzeugt wird. Der Raum offenbart sich durch die Verschiebung von Blickpositionen, die eine Vielzahl von Bildwelten und Beziehungen zwischen ihnen hervorbringen. Kontext, Materialien, Landschaften und städtisches Gefüge fungieren nicht nur als bloße Kulissen, sondern werden zu dynamischen Akteuren innerhalb der architektonischen Erfahrung: Bedingungen, die durch Bewegung und Wahrnehmung aktiviert werden, innerhalb der Tiefenschärfe der Architektur, verstanden als eine Ausdehnung des Blicks über Raum und Zeit. Die Ausstellung selbst ist als ein Mittel konzipiert, in dem der Betrachter zu einem aktiven Teilnehmer an diesem Prozess wird und seine eigene persönliche Plan-Séquence konstruiert.
