21.5.2026–3.1.2027

Das Glück der Stadt besteht darin, dass sie nie perfekt war

Adresse
1920, rue Baile, Montréal H3H 2S6
Öffnungszeiten
Mi–Fr 11–18 Uhr, Do 11–21 Uhr, Sa, So 11–17 Uhr

Wie kann sich eine Stadt verändern, ohne das Bestehende zu zerstören? Wie könnte sich Zeit nehmen und die Geschichte respektieren positiv auf die Nachbarschaftsplanung auswirken? Wie können Bürger an diesem Prozess teilnehmen? Und wie unterstützen sich Architektur und Stadtplanung gegenseitig bei der Gestaltung einer harmonischen Stadt in verschiedenen Maßstäben, anstatt nur eine Reihe von Gebäuden, die nacheinander eingefügt werden? Diese und weitere Fragen stehen weiterhin im Mittelpunkt der Stadtentwicklung. Während viele glauben, dass digitale Lösungen und Datenpunkte – wie „Smart Cities“ – die Antwort auf solche Fragen sind, bietet die Stadt selbst einen reichhaltigen Ort für weitere Erkundungen: ihre bestehenden physischen, historischen und sozialen Strukturen, ihre topografische Lage, ihre Texturen und Gesichter.

Der portugiesische Architekt Álvaro Siza hat sich stets mit dem Bau von Orten, Stadtvierteln und Städten beschäftigt. Das Glück der Stadt besteht darin, dass sie nie perfekt war. In dieser Ausstellung werden seine städtischen Projekte anhand seiner erfahrungsbasierten Herangehensweise an einen Ort, dessen Form, dessen verkörperte Geschichte und dessen Leben beleuchtet. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte in seinen Projekten versucht Siza, das richtige Maß für Eingriffe und Bauvorhaben innerhalb bestehender Rahmenbedingungen zu finden, anstatt nur einzelne Gebäude zu entwerfen.

Die Ausstellung zeigt Material aus Sizas Archiv, das dem CCA gespendet wurde, darunter Zeichnungen, Fotocollagen, Modelle und seine Skizzenbücher sowie Fotografien von Gabriele Basilico, Giovanni Chiaramonte, Alessandra Chemollo und Balthazar Korab sowie Arbeiten anderer Architekten und Historiker, die mit Siza im Dialog standen oder an denselben Orten arbeiteten, wie Aldo Rossi, Gene Summers, James Stirling, Kenneth Frampton und Jean-Louis Cohen. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Buch, das sich auf eine über mehrere Tage in Porto mit Siza geführte mündliche Geschichte konzentriert und umfangreiche Archivdokumente sowie neue Notizen zusammenfasst, die in seinem Archiv entdeckt und dank eines Crowdsourcing-Projekts transkribiert wurden.