Metaxy
Kriege, Konflikte und ökologische Katastrophen zerstören weltweit Städte und Lebensräume. Der Wiederaufbau ist eine dringende Aufgabe. Millionen von Menschen brauchen Schutz, Räume, Sicherheit. Doch allzu oft wird Wiederaufbau als technisches Projekt verhandelt, als schnelle Rückkehr zur Ordnung, als vermeintliche „Stunde Null“ und Gelegenheit für Investition und Innovation. Dabei droht aus dem Blick zu geraten, wer über seine Gestaltung entscheidet und in wessen Interesse.
„Metaxy : Zwischen“ setzt genau hier an. Das Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsprojekt richtet den Blick auf den Zeitraum zwischen Zerstörung und Wiederaufbau, auf jenen unsicheren Moment, in dem noch offen ist, wie Gesellschaften mit Verlust, Schuld und Erinnerung umgehen. Bevor gebaut wird, müssen Fragen geklärt werden: Wer darf zurückkehren? Wem gehört der Boden? Welche Geschichte wird erzählt? Werden diese Fragen verdrängt, setzt sich Gewalt in anderer Form fort – durch Ausschluss, Überschreibung und neue Machtverhältnisse.
Die Ausstellung ist für die Akademie der Künste mit einer Selbstbefragung ihres Standorts im Hansaviertel als historischem Ort des Wiederaufbaus nach 1945 verbunden. Zugleich eröffnet sie eine globale Perspektive mit Künstler*innen und Raumpraktiker*innen, die ihre Arbeit aus jenen Zwischenzuständen heraus entwickeln, die durch Krieg, Konflikt und ökologische Katastrophen verursacht werden.
Die drei Themenbereiche, welche die Ausstellung gliedern, Häuser – Böden – Zeiten, nimmt das diskursive und performative Veranstaltungsprogramm auf und richtet zu diesen Themen Symposien aus. Dafür wird in den Ausstellungshallen ein Veranstaltungsort gestaltet, der mit Künstler*innengesprächen, Filmscreenings, Performances und szenischen Lesungen bespielt wird. Teil der kuratorischen Dramaturgie sind als „Zwischenstücke” konzipierte performativ-musikalische Miniaturen, die sowohl den Veranstaltungsort als auch die gesamten Ausstellungshallen bespielen. Sie greifen in laufende Situationen ein, unterbrechen sie, verschieben Perspektiven und verbinden unterschiedliche Ebenen der Ausstellung miteinander. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm begleitet das Projekt.
Eröffnung: 9.9.2026, 18:30 Uhr
Redner*innen: Manos Tsangaris, Regine Keller, Dr. Michael Helbig
Kuratorisches Team: Anh-Linh Ngo, Johanna M. Keller, Christian Hiller, Felix Hofmann, Markus Krieger, Daniel Kuhnert, Melissa Makele
