Ist die Natur modern?

Ökologische Perspektiven in der MAO-Sammlung, 1930–1979
Adresse
Grad Fužine, Pot na Fužine 2, 01000 Ljubljana
Öffnungszeiten
Mo–So 8–18 Uhr
E-Mail

Die Ausstellung „Ist die Natur modern?“ untersucht die Haltung zur Natur und Ansätze ökologischen Denkens in moderner Architektur und modernem Design. Ausgangspunkt ist die Sammlung des Museums für Architektur und Design (MAO) mit ihren zahlreichen Projekten, Objekten und Dokumentationen aus den Bereichen Architektur, Design und Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Dieses Jahrhundert war, insbesondere im globalen Norden, von modernistischen Fortschrittsidealen geprägt, die auf dem Gedanken kontinuierlichen Wirtschaftswachstums und industrieller Produktion basierten und maßgeblich zur Erschöpfung natürlicher Ressourcen und zur globalen Erwärmung beitrugen. Der Modernismus scheint eine scharfe Trennlinie zwischen Natur und Gesellschaft gezogen zu haben: Der Mensch, mit Vernunft, Technologie und Planung, stellte sich über die Natur, die er nach seinen Bedürfnissen formen und ausbeuten sollte. Auch in Architektur und Design wurde die Natur primär als etwas verstanden, das reguliert, kontrolliert, ausgebeutet oder gar überwunden werden musste – als Rohstoff für den menschlichen Fortschritt.

Die Ausstellung beleuchtet diese Polarisierung kritisch. Anhand verschiedener Themen (Baum, organische Strukturen, Architektur und Umwelt, Stadt als Organismus und ökologisches Wissen) und Interventionen zeitgenössischer Künstler präsentiert sie diverse Projekte und Ansätze, die sich mit Fragen der Natur, der Umwelt und der Landschaft auseinandersetzen und die (scheinbare) Trennlinie zwischen Natur und Kultur auflösen. Im Kontext des sozialistischen Jugoslawien entstand ein umfangreiches modernistisches Werk, geprägt von sozialen Ambitionen. Dieses Werk unterschied sich deutlich vom universalen Modernismus; insbesondere Architekten integrierten vielfältige volkstümliche Traditionen sowie landschaftliche und regionale Besonderheiten und verstanden Natur und lokale Umwelt auf eine Weise, die die Architektur der Umweltwissenschaft näherbrachte.

Das Ausstellungs- und Forschungsprojekt entstand in Zusammenarbeit der Stiftung Bauhaus Dessau, des Museums für Zeitgenössische Kunst (MSU) in Zagreb und des MAO und hat zum Ziel, die Museumssammlungen der Moderne neu zu betrachten. Die Ausstellung ist daher kein systematischer, umfassender historischer Überblick, sondern eine Reflexion, die das etablierte Verständnis der Moderne hinterfragt und Denkanstöße zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit im Lichte aktueller Herausforderungen bietet.

Die Klimakrise ist heute akuter und unbestreitbarer denn je. Daher versucht das Projekt auch durch das Begleitprogramm, aktuelle Diskurse über Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit zu reflektieren und die Frage aufzuwerfen, inwieweit frühere Ansätze heute noch relevant sind. In diesem Sinne ist die Natur gerade deshalb modern, weil wir ihre Bedeutung ständig neu überdenken und sie in unserem Handeln im Kontext der Zeit und der Dringlichkeit unserer Gegenwart berücksichtigen müssen.

Eröffnung: 18.12.2025 19 Uhr

Ausstellungsführung:
21.12.2025, 11 Uhr – Maja Vardjan und Cvetka Požar
Kreativworkshop:
21.12.25, 11 Uhr – Pop-up-Grußkarte „Bäume“