8 Bauten, 1 Ingenieur
Heinz Hossdorf (1925–2006) zählt zu den originellsten Bauingenieuren in der Schweizer Architekturlandschaft des 20. Jahrhunderts. Für zahlreiche Architekten, darunter Otto und Walter Senn, Felix Schwarz und Rolf Gutmann oder auch Vischer & Weber Architekten und Burckhardt Architekten, war er ein geschätzter Partner in Entwurf und Ausführung. Als Pionier rechnergestützter Methoden im Ingenieurbau erlebte Hossdorf den Übergang von traditionellen zu innovativen Entwurfsprozessen.
Seine Modelle – physisch wie digital – eröffneten ihm Freiräume, um jenseits bestehender Ingenieurtheorien, architektonischer Typologien und normativer Standards zu experimentieren. Der plastische Ausdruck seiner Bauten widerspiegelt die wachsende Bedeutung des Ingenieurs beim Entwurf öffentlichen Bauten und zeigt beispielhaft auf, wie konstruktive Neuerungen, Materialverhalten und ästhetischer Charakter zu einer Einheit werden können.
Die Ausstellung 8 Bauten, 1 Ingenieur präsentiert acht exemplarische Projekte: von der Gummibandweberei in Gossau (1954–1955) und der Bruder-Klaus-Kirche in Winkeln (1957–1958) über das Zentrallager des VSK in Wangen bei Olten (1958-1961), das Kies- und Betonwerk in Gunzgen (1960–1962), dem Lesesaal der Universitätsbibliothek Basel (1962–1964) bis hin zur dem Pavillon «Les échanges» auf der Expo 64 in Lausanne (1962–1964), dem Theater Basel (1968–1976) und dem nicht realisierten Entwurf für den Schweizer Pavillon an der Weltausstellung von Sevilla 1992 (1990).
Erstmals werden Originaldokumente aus dem Archiv seines Basler Ingenieurbüros mit Unterlagen aus Architektennachlässen sowie aus Firmen- und Bauherrenarchiven zusammengeführt. So entsteht ein vielschichtiges Bild von Heinz Hossdorfs Arbeitsweise zwischen Ingenieurwesen und Architektur – von der Idee über das Modell bis hin zur Ausführung und Vermittlung.
