3.3.–2.5.2026

Verflochten

Architektinnen und die Widerstandsfähigkeit modernistischer Netzwerke
Adresse
Vitkova 293/2, Prag 186 00
Öffnungszeiten
Wed-Fri 13-19 Uhr Sat 14-18 Uhr

Diese Ausstellung untersucht die Widerstandsfähigkeit und Verletzlichkeit architektonischer Netzwerke in turbulenten Zeiten. Sie beleuchtet die Geschichte des Umfelds der Internationalen Kongresse für moderne Architektur (CIAM) aus der Perspektive ihrer mitteleuropäischen Protagonistinnen, darunter Helena Syrkus, Barbara Brukalska, Margarete Schütte-Lihotzky und Ise Gropius. Sie reflektiert über den Beitrag von Frauen zum Aufbau von Gemeinschaften, zum Austausch von Ideen und zur Herstellung transnationaler Verbindungen, die den architektonischen Diskurs der Moderne mitgeprägt haben.

Als Architektinnen und Designerinnen, aber auch als Sekretärinnen, Übersetzerinnen und Redakteurinnen betraten Frauen neue – wenn auch weitgehend unsichtbare – Bereiche der professionellen Architekturpraxis. Durch diese „Ausübung“ ihrer Geschlechterrolle spielten sie eine entscheidende Rolle beim Aufbau und der Aufrechterhaltung von Kooperationsnetzwerken und erleichterten den Transfer von Ideen und die Verbreitung architektonischer Konzepte auf globaler Ebene. Bedeutende politische Ereignisse wie der Zweite Weltkrieg, die Errichtung des Ostblocks und des Eisernen Vorhangs sowie der Aufstieg kommunistischer Regime störten diese Verbindungen zwar erheblich, konnten sie jedoch nicht vollständig unterbrechen. Die Ausstellung erzählt somit nicht nur die Geschichte der Architektur, sondern auch die umfassendere Erfahrung Mittel- und Osteuropas, die von geopolitischen Umwälzungen, sich verschiebenden Grenzen und sich wandelnden politischen Systemen geprägt war.

Das Projekt eröffnet Raum für Reflexionen über die Position von Frauen in der Architektur und präsentiert diese sowohl anhand von Entwürfen als auch anhand ihrer Rolle bei der Erweiterung der Grenzen des Fachgebiets. Oft unsichtbare und marginalisierte Arbeitsformen durchbrechen die lineare Erzählung „ikonischer” Projekte, hinterfragen die Vorurteile in der Architekturgeschichtsschreibung und erweitern unser Verständnis der Architekturpraxis selbst.

Dieses Projekt ist der Auftakt zur Ausstellung Interwoven: Barbara Brukalska, Helena Syrkus und die Netzwerke der Moderne (Architekturmuseum in Wrocław, 25. Juni bis 4. Oktober 2026).

Eröffnung: 03.03.2026 19 Uhr