Reichtum statt Kapital
Was, wenn Architektur kein Instrument des Kapitals wäre? Die Ausstellung „Reichtum statt Kapital“ präsentiert die Arbeit der in Indien geborenen Architektin Anupama Kundoo als Manifest für eine andere Architektur. Mit lokalen Ressourcen entwirft Kundoo Gebäude von außerordentlicher Schönheit, die Sorge tragen für die Bedürfnisse von Mensch und Planet.
Architektur war lange eine treibende Kraft für Innovation und Wachstum und ist dabei zur Materialisierung des globalen Kapitals geworden. Der unersättliche Appetit des Kapitals zwingt die Architektur in ein Regime des „nie genug“. Weltweit werden von der Bauindustrie natürliche Ressourcen und Arbeitskräfte ausgebeutet. Gleichzeitig können sich viele Menschen ihre Wohnungen, die zu Anlageprodukten geworden sind, nicht mehr leisten. Wie konnte das Bauen so zerstörerisch für Mensch und Natur werden und was können Architekt*innen dem entgegensetzen? Das Werk der in Indien geborenen Architektin Anupama Kundoo steht exemplarisch für eine andere Art von Architektur. Ihre Arbeit widersetzt sich den Logiken des Kapitals und den normativen Standards der Bauindustrie ebenso wie binären Schönheitsnormen, die von der Architektur verlangen, entweder innovativ oder traditionell, entweder ökologisch oder verschwenderisch zu sein.
Reichtum liegt in Anupama Kundoos Projekten nicht in edlen Materialien und perfektionierten Industrieprodukten, sondern in der neuartigen Verwendung von Materialien und Techniken, die lokal im Überfluss vorhanden sind. Das gelingt ihr durch die Verbindung von High Tech und Low Tech, die Weiterentwicklung von traditionellen Bautechniken, innovative Leichtbauweisen und regionale Materialkreisläufe. Ihre Projekte sind gebautes Wissen für ein neues Verhältnis von Zeit, Geld und Material. Die Ausstellung macht Kundoos Arbeit sinnlich erlebbar und ist ein Aufruf für eine andere Architektur.
Eröffnung: 17.9.2025, 19 Uhr
